Frau Zwerg Bikepacking
07. - 17. Oktober 2025 - 11 Tage quer durch Deutschland
In ihren Ferien fuhr Eva 11 Tage und 1.631 KM quer durch Deutschland, um auf die Kampagne "GipfelFuerGerman" aufmerksam zu machen. Ihre Reise konnte man auf Instagram verfolgen. Ihre Reise war die Initialzündung. Weiter unten findest du nun Evas Reisebericht.
Reel auf Instagram
Auf dem Rollfeld Berlin Tempelhof kreiselte sie unaufhörlich gegen Spenden.

Evas Reiserückblick:
1600 Kilometer Mut, fünf Platten und eine große Portion Hoffnung
Im Oktober habe ich etwas getan, das man nur mit einer Mischung aus Naivität, Idealismus und einem ordentlichen Schuss Verrücktheit erklären kann: Ich bin über 1600 Kilometer in 11 Tagen mit dem Rad durch Deutschland geradelt. Düsseldorf – Hannover – Berlin – Leipzig… Meine Beine wissen es noch sehr genau, mein Herz aber erst recht.
Der Plan? - Mit leichtem Gepäck – aber schwerem Anliegen – losfahren.
Denn diese Reise war nicht nur ein Abenteuer, sondern vor allem ein Zeichen der Solidarität für unseren Freund German, der gerade seinen Weg zurück in ein schmerzfreies und selbstständiges Leben kämpft. Ich wollte etwas für ihn bewegen. Im wahrsten Sinne.
Von Unsicherheiten, Sturmböen und Gedanken, die man sonst gern vermeidet
Die ersten Tage waren… sagen wir: „interessant“.
Leichtes Gepäck klingt romantisch – fühlt sich aber, wenn man als Frau allein unterwegs ist und das zum ersten Mal macht noch ziemlich wackelig an. Ich hatte tagelang Wind im Gesicht, Regen im Nacken – und sehr viel Zeit.
Und wenn man viele Stunden allein fährt, hat man plötzlich so richtig viel Zeit zum Nachdenken. Nicht über die Frage „Warum mache ich das?“ – die Antwort war immer klar. Sondern über meine eigenen Themen, vor allem über meine Familie.
Ein ganzer Tag war dabei emotional brutal:
Traurigkeit, Wut, Enttäuschung – alles gleichzeitig.
Das Rad rollt, aber im Kopf staut sich alles an.
Und plötzlich sitzt man da, mitten irgendwo in Deutschland, mit nassen Schuhen und einem schweren Herzen – aber gleichzeitig mit der Erkenntnis, dass man manches endlich fühlen muss, um es auch verarbeiten zu können.
Dichtmilch, Kautschuk-Plugs und andere Abenteuer
Und dann noch die fünf Pannen, die eigentlich keine „Platten“ waren, sondern kleine Werkstattschlachten:
Alte, bockige Dichtmilch, Kautschuk-Plugs, die tatkräftig, aber nicht immer kooperativ waren, und ich als improvisierte Bike-Notärztin im Dauereinsatz.
Schläuche wechseln? Das wäre zu einfach gewesen. Ich ging aufs Ganze.
Engel mit Drehmoment – Berlin & Weißenfels
In Berlin und später in Weißenfels hatte ich dann das Glück, gleich zwei wunderbaren Fahrrad-Engeln zu begegnen.
Beide nahmen sich alle Zeit der Welt, haben meine Reifen von innen und außen erneuert und mich zwischendurch so sehr zum Lachen gebracht, dass die Dichtmilch fast vergessen war.
Es waren Momente, die nicht nur mein Rad reparierten, sondern auch meine Stimmung.
Tempelhofer Feld – 25 Runden Hoffnung
Berlin war ohnehin ein Höhepunkt. Ich bin 25 Runden auf dem Tempelhofer Feld gefahren – jede Runde 10 Euro Spende für German.
Jede Runde ein kleines Zeichen.
Jede Runde ein Stück Hoffnung.
Jede Runde ein „Wir glauben an ihn“.
Dort, auf diesem weiten Feld, fühlte sich alles plötzlich richtig an.
Den Tag zusammen mit Sven zu verbringen, hat ihn zudem noch ein ganzes Stück verschönert.
Und dann kam Daniel – und der Regen blieb
Die letzten drei Tage fuhr mein Teamkollege Daniel mit. Ein rollender Freund, Motivator und jemand, der sich tapfer zwischen mich und den Wind gestellt hat – zumindest solange der Wind es duldete.
Das Wetter? Regnerisch, windig, aufdringlich. Manchmal hatte ich das Gefühl, der Himmel wäre mein inoffizieller Mitfahrer.
Aber nach vier Stunden Dauerregen irgendwann am Anfang dachte ich:
„Okay, Regen, du gewinnst heute nicht.“
Und tatsächlich – er tat es nicht.
Ankommen – außen und innen
Auf den letzten zwei Etappen merkte ich plötzlich: Es geht zu Ende. Und überraschenderweise machte mich das traurig. Ich war angekommen – in der Reise, im Rhythmus, in mir selbst.
Jeden Morgen die Routine:
alles ans Rad,
alles festzurren,
aufsitzen,
losfahren.
Es war selbstverständlich geworden. Und ein bisschen heilend.
Zu Hause anzukommen, war deshalb… komisch. Wie ein Filmwechsel, für den man seelisch noch nicht ganz bereit ist.
Was bleibt
Dankbarkeit. So viel davon.
Für jede Spende, jeden Zuspruch, jede Nachricht.
Für die Menschen, die mich unterwegs begleitet, aufgenommen, motiviert oder repariert haben.
Für die Reifen-Engel in Berlin und Weißenfels.
Für Daniel, der den Endspurt geteilt hat.
Für alle, die an German glauben.
Und für German selbst – er war in jedem Kilometer, in jedem Gedanken, in jedem Tropfen Regen dabei.
Diese Reise war für ihn – und ein Stück weit auch für mich.